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winter hello
prisca1960

Jeremiah FF - german // Kind der Hoffnung

For all english speaking friends: here you can find the english version, betaed by belleferret

Titel: Kind der Hoffnung
Autor: Prisca
Charakter: Mr. Smith, Theo
Worte: 740


Er schreckte aus dem Schlaf hoch und spürte es. Etwas stimmte nicht.

Er warf den alten Mantel von sich, mit dem er sich zugedeckt hatte und tastete sich im Dunkeln aus dem Raum. Eigentlich sollte er gar nicht hier sein. Sie waren auf dem Weg nach Thunder Montain gewesen - Jeremiah, Kurdy, Theo und er - als sich der Wagen im Schlamm festfuhr. Sie hätten zu Fuß weiter gehen können, aber Theo war im achten Monat schwanger. Sie versuchte es, aber die Berge waren zu steil für sie.

So waren sie in dieser alten Hütte gelandet. Jeremiah und Kurdy machten sich allein auf den Weg - Smith sollte mit Theo zurückbleiben und auf den Wagen warten, den sie schicken wollten.

Smith trat in den zweiten Raum der Hütte. Theo lag auf dem alten Sofa vor der Feuerstelle, zugedeckt mit einer alten Decke, die Augen geschlossen. Sie atmete schwer. Als sie Smith hörte, öffnete sie die Augen.

“ Was?!” fuhr sie ihn an.

Er mochte sie, aber er fand es schwierig, mit ihrer rauen Art umzugehen. Theo ließ keinen Menschen an sich heran und Smith war für sie immer nur “der Spinner“ gewesen. Er nahm es ihr nicht übel.

“Ich dachte nur ... es ist vielleicht etwas nicht in Ordnung!”

Er war schon wieder auf den Weg zurück in den anderen Raum, als er sie leise auflachen hörte.

“Was sollte schon nicht in Ordnung sein? Ich kriege ja nur ein Baby!”

Er riß die Augen auf.
“Ich weiß, aber...”

“JETZT, Smith!”

Das konnte nicht sein. Nicht jetzt. Nicht hier. Und doch wußte er, das sie die Wahrheit sagte. Panik machte sich breit. Obwohl Panik doch ein Gefühl war, das er eigentlich schon lange nicht mehr kannte. Jeden Tag befand er sich in lebensgefährlichen Situationen, doch echte Angst kam nur noch selten auf. Wenn, dann war es eher die Angst um das Leben anderer. Und jetzt das! Auf so etwas war er nicht vorbereitet. Und Gott schwieg wieder einmal, wie so oft, wenn er ihn brauchte.

Theo biß sich auf die Lippen, konnte aber ein Stöhnen nicht ganz unterdrücken. Er lief in den anderen Raum zurück und griff nach seinem Mantel.

“Okay! Ich werde versuchen Hilfe zu holen! Wir haben doch eine Stunde von hier diese Farm gesehen.”

Er war schon fast aus der Tür - nur weg von hier - als Theo ihn zurückhielt.

“SMITH! Es ist zu spät, kapierst du das? Das Kind kommt JETZT!”

Erneut krampfte sich sich zusammen, als eine weitere Wehe kam.

“Jetzt könnten wir deinen Gott gebrauchen, was? Er wird nicht kommen, Smith. Er kommt nie!”

Er schloß kurz die Augen. Was sollte, was konnte er tun? Theo bekam ihr Baby - und er war der einzige, der zur Stelle war, um ihr zu helfen.

Die nächsten Stunden waren wie ein Traum. Wenn er später versuchte sich zurück zu erinnern, gelang es ihm nicht. Aber es war keine leichte Geburt. Theo kämpfte gegen die Schmerzen an, was er kaum ertragen konnte, weil er sich dabei so hilflos fühlte. Da war es ihm schon lieber, wenn sie in einem ruhigen Moment alle Männer auf dieser Welt und ganz besonders ihn, Smith, verfluchte.

Aber schließlich war es überstanden. Das Kind, ein Mädchen, schrie laut, während er es ein wenig unsicher in etwas warmen Wasser wusch, aber nachdem er es in die alte Decke gewickelt hatte und Theo in den Arm legte, wurde es ruhig. Einen Moment lang stand er nur da und betrachtete beide - Mutter und Tochter - und es war so ein friedliches Bild. Alle Schmerzen waren vergangen.

Theo öffnete die Augen. In diesem Moment sah sie verändert aus: wärmer, weicher ...
“Willst du ihr einen Namen geben?”

Er zögerte einen Moment, bevor er antwortete.
“Gott sagt: Ich werde dieses Kind beschützen, denn es trägt so viel Hoffnung in sich!”

Wie erwartet verzog Theo das Gesicht.
“Das werde ich wohl besser selbst übernehmen! Wo war Gott denn, als der Große Tod kam? Wo war Gott, als man mich vergewaltigt hat? Wo war Gott heute? Wie sollte ich an ihn glauben?”

Über Smith' Gesicht lief ein leichtes Lächeln.Er verstand so gut ... aber ...
“Er wird trotzdem bei ihr sein! Und er sagt: Gib´ihr den Namen ’Hope’ ... Du musst nicht an Gott glauben, aber glaube an deine Tochter.“

Theo schwieg so lange, das er annahm, sie wäre wieder eingeschlafen, aber dann griff sie plötzlich nach seiner Hand.
“Danke, Smith!” flüsterte sie.


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Oh Prisca, I love this story soo much it brought tears to my eyes! I'm going to try to beta this one so you can post it in English. I want others to be able to read it too!

(Deleted comment)
I'll make sure she posts it!

Thank you, belle - I'm so glad, that you like it. It's one of the stories which was import for me to write, because I wanted to know, what will happen with Theo.
And if you want to beta this - you know, I would like to post it in english then! I admit, I miss it a bit. It's not the same, doing it in german (I know, it's crazy ;-) ) - but I know, it was the best decision for all.

(Deleted comment)
Thank you Mews for reading the story. I'm so glad, you like it.


So viel Gefühl.... atemberaubend schön, Prisca.
*sniffs*

Danke!

*huggles*

** hugs back **

Danke an Dich fürs Lesen und kommentieren! Ich freue mich, wenn sie dir wenigstens ein bißchen gefallen hat. Irgendwie war es mir wichtig, sie zu schreiben, weil ich mich geärgert habe, das Theos Geschichte in der Serie so Knall auf Fall beendet wurde.

Ein bisschen? Mir hat's wahnsinnig gut gefallen.
Als ich diese Folge gesehen habe dachte ich... wie? Das war's jetzt? Kann ja wohl nicht sein ...
Freu mich schon auf deine nächste Story.

*fette knuddelzzz für dich*

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