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M-HdR-sam sw
prisca1960

Fan Fiction zum Zweiten

Diese Geschichte habe ich in den letzten Tagen aufgeschrieben - obwohl sie schon länger in meinem Kopf exestiert. Eigentlich ist es auch weniger eine Geschichte als mehr ein Gedankenspiel. Entstanden ist das ganze aus einer interessanten Diskussion heraus, die wir mal im Freundeskreis hatten:

Was wäre wenn ... wenn Gollum nicht am Schicksalberg gewesen wäre - wenn Frodo den Ring nicht vernichtet hätte ... was hätte Sam getan ?!?

Meine Antwort auf diese Frage habe ich versucht in dieser Geschichte zu verpacken ... na gut, ich bin nicht Tolkien ;-) - und ich kann das auch nicht so gut, wie manch andere hier ... aber vielleicht interessiert es euch ja trotzdem (leider mal wieder nur in deutsch, sorry) ...



Was wäre wenn?

Wenn Gollum am Schicksalsberg nicht versucht hätte, Frodo den Ring abzunehmen?
Wenn er nicht gemeinsam mit dem Ring ins Feuer gestürzt wäre und ihn so vernichtet hätte?
Wenn Frodo sich geweigert hätte, den Ring zu vernichten?

Es wäre das Ende gewesen - der Untergang von allem, was gut ist auf dieser Welt - der Sieg des Bösen! Die Elben wären fort in den Westen gezogen, die Zwerge hätten sich unter den Bergen verkrochen, die Macht der Zauberer wäre gebrochen gewesen, die Hobbits ausgebeutet und die Menschen versklavt! Dunkelheit und Kälte würden Mittelerde überziehen - ohne Hoffnung, das sich je wieder etwas ändern konnte!

Aber an all das dachte Sam nicht, als er auf dem schmalen Steig im Schicksalsberg stand. Er sah nur Frodo. Wie entschlossen der den Ring umklammerte. Nicht bereit, ihn jemals wieder loszulassen! Für immer an den Ring gebunden!

Erstaunlich lange hatte Frodo sich gegen die Macht des Ringes aufgelehnt. Er hatte ihn hierher gebracht, in den feurigen Berg! Aber nun war alles zu Ende. Sam wusste es: Frodo würde den Ring nicht vernichten!

Große Trauer überkam ihn.

“Herr Frodo,” flüsterte er. “Ach, Herr Frodo!”

Gollum kam ihm in den Sinn. Er wusste, es war nicht recht, aber er hatte ihn gehasst! Gollum war böse - durch und durch verdorben durch den Ring, den er so lange in seinem Besitz gehabt hatte. Er konnte nicht mehr anders. Gier, Hass und Wahnsinn hatten ihn beherrscht und es gab keine Rückkehr zum Guten für ihn. Der Ring hatte ihn fest im Griff - so fest - so fest! Und jetzt hatte er sich Frodo ausgesucht - Sams geliebten Herrn Frodo! Der Gedanke, das Frodo sich unaufhaltsam verändern würde, das er zu einer so hassenswerten Kreatur wurde, der Gedanke war für Sam unerträglich.

Er sah Frodo immer noch vor sich, wie sie gemeinsam im Auenland gelebt hatten. Es war so ein schönes, leichtes Leben gewesen! Was hatten sie miteinander gelacht! Und Frodo war so gut - wann immer ihn jemand brauchte, war er zur Stelle. Und als ihm die Bürde des Ringes auferlegt wurde, auch da hatte er nicht einen Moment gezögert, sondern sich seinem Schicksal gestellt - obwohl er schon damals ahnte, das ein schwerer Weg vor ihm lag.

Wie schwer er gewesen war, das wusste nur Sam! Sam war an seiner Seite gewesen! Er hatte gesehen, wie Frodo gelitten hatte! Wie der Ring wieder und wieder versuchte, Macht über Frodo zu gewinnen! Er hatte dagegen angekämpft - aber es war ein harter Kampf gewesen, der ihn mehr als einmal an den Rand seiner Kräfte brachte!

Doch er, Sam, war da gewesen! Er hatte geholfen, so gut er es konnte. Er hatte dafür gesorgt, das Frodo etwas aß und trank und das er wenigstens ab und zu ein wenig Ruhe finden konnte. Er hatte nach Wegen gesucht, wenn es keine mehr zu geben schien! Zum Schluss hatte er Frodo auf diesen Berg hinauf getragen. Er hatte es gern getan! Frodo hatte keine Kraft mehr, der Ring hatte sie verbraucht. Aber er, Sam, hatte noch genug Kraft für sie beide gehabt!

Und jetzt sollte alles umsonst gewesen sein! Frodo würde an dem Ring zerbrechen! Sam sah ihn an, sah wie sich der Wahnsinn in seinen Augen breit machte. Und in diesem Moment wusste er es! Er würde es nicht zulassen! Das nicht!

“Tut mir leid, Herr Frodo”, murmelte er, während er entschlossen auf ihn zustürmte.

Der Angriff kam überraschend. Frodo schwankte, drohte über den Rand hinweg in die Tiefe zu stürzen. Aber Sam hielt ihn - wieder einmal bewahrte er ihm vor den Absturz während er gleichzeitig nach dem Ring griff.

Es war ein ungleicher Kampf, von Beginn an zum Scheitern verurteilt! Denn der Ring spürte die Gefahr, die von Sam ausging. Er wollte ihn Frodo entreißen und ihn ins Feuer werfen - vernichten für immer! Und der Ring setzte sich zur Wehr! Er verlieh Frodo neue Kräfte, so das er Sam mit einer Gewalt von sich stoßen konnte, das er einige Meter weiter hart auf den Steinen aufschlug.

Tränen liefen über Sams Gesicht! Nein, er verspürte keinen körperlichen Schmerz, aber innerlich litt er Höllenqualen. Frodo - sein Herr Frodo, war nicht mehr - es war nur noch eine Hülle zurückgeblieben, die von dem Ring beherrscht wurde. Das war zuviel!

“Lass ihn nicht allein, Sam” hatte Gandalf gesagt - und das hätte er auch nie getan. Aber jetzt - jetzt war auch Sam am Ende! Der Ring war stärker! Er beherrschte Frodo mit einer Macht, die größer war als Sams Liebe zum ihm.

Sam konnte die Augen nicht von Frodo lassen, wie er da stand, am Rande des Abgrunds, mit einem irren Blick, der von dieser Welt nichts mehr zu sehen schien. Eine neue, unermessliche Macht ging von ihm aus - eine fremde Macht, die ihn dazu trieb, den Ring auf seinen Finger zu setzen - und damit alles Gute auf dieser Welt zum Ende zu bringen.

In diesem Moment begriff Sam. Eine letzte Chance! Eine winzige Chance nur!

Frodo war nur noch auf den Ring konzentriert. Wenn er nur schnell genug war, dann konnte es klappen!

Blitzartig sprang er auf die Beine und stürmte erneut auf Frodo zu. Der versuchte ihn noch abzuwehren, aber es war zu spät. Dieses mal hatte auch der Ring ihn nicht gewarnt. Niemals hätte er geahnt, das Sam tun würde, was er jetzt tat - was er tun musste!

Denn Sam hatte begriffen, das es unmöglich war, Frodo den Ring noch abnehmen. Aber vielleicht gab es noch einen Weg ihn zu vernichten!

Mit aller Kraft warf Sam sich gegen Frodo. Einen Moment lang schwankten sie am Rand des schmalen Steiges. Sam umklammerte Frodo, so fest er konnte - aber nicht um ihn zu Halten. Es gab kein Halten mehr! Gemeinsam stürzten sie über den Rand und sie fielen .. und fielen ... und fielen. Eine Ewigkeit schien es zu sein!

Sam spürte, wie Frodo sich in seinen Armen entspannte, wie er sich fallen ließ, bereit, sein Schicksal anzunehmen.

Für einen kurzen Moment nur schloss er die Augen und erlaubte sich einen Blick zurück. Das Auenland, der alte Ohm, sein geliebter Garten und natürlich Rosie ... Wie gern hätte er das alles noch einmal wiedergesehen. Aber sein Leben war hier! Sein Leben war Herr Frodo! Und wenn er ihn nur retten konnte, indem er sie beide opferte, dann musste es eben sein! Es war gut und richtig so!

Als er die Augen wieder öffnete, sah er in die Augen von Frodo. Es war ein warmer Blick aus klaren, blauen Augen und Sam lächelte. Denn es waren Frodos Augen - und sie verstanden!

Herr Frodo,” flüsterte er. “Herr Frodo, ich liebe dich!”

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Mein Gott weißt du eigentlich wie gut das ist ??? Ich habe es verschlungen von ersten bis zum letzten Wort und ja - so könnte es gewesen sein WENN...
Dankeschön! Ich weiß gar nicht, was ich sagen soll...

Die einzige HdR Geschichte die ich je geschrieben habe. HdR und FanFiction (besonders slash) geht bei mir gar nicht, keine Ahnung warum. Aber ich freu' mich, wenn dir die Idee dahinter gefällt.

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